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Transvocale 2009

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Thomas Friz & Pankraz (Deutschland)

Da ist sie wieder, diese Stimme. In den 70er und auch noch zu Beginn der 80er Jahre prägte sie das deutsche Folkrevival mit der Gruppe Zupfgeigenhansel; das Duo Friz-Schmeckenbacher reüssierte dabei nicht nur mit einer zeitgenössischen Neuinterpretation alter deutscher Volkslieder, sondern machte sich auch um die Popularisierung jiddischer Lieder und von Texten des österreichischen Dichters Theodor Kramer verdient.

Nach dem endgültigen Ende der Zupfis wurde es ruhig um Thomas Friz, den Sänger, obwohl der weiter mit Liedprogrammen aktiv blieb. Dabei zieht sich durch sein Schaffen wie ein roter Faden eine bemerkenswerte Stil- und Geschmackssicherheit, die auf einer tiefen Kennerschaft sowohl der literarisch-politischen als auch der musikalischen Traditionen gründet. Hieraus resultiert die herausragende Qualität seines Repertoires.

1994 traf Thomas Friz ein harter Schlag, buchstäblich, denn in Göppingen wurde er von Skinheads brutal zusammengetreten. Mühsam lernt er wieder, die Hand so zu bewegen, dass er Gitarre spielen konnte. Doch noch machte die Stimme nicht richtig mit, auch die Spuren des Alkohols waren überdeutlich zu hören. Umso erstaunlicher war es dann, dass Ende 2008 eine neue Platte erschien, auf der Thomas Friz so frisch und kräftig klingt, wie man ihn von früher kennt und wie man ihn sich heute wünscht.

Begleitet wurde er dabei vom Quartett Pankraz aus Dresden, das schon Bernie Conrads (Bernies Autobahn Band) begleitet hatte. In der Partnerschaft mit Thomas Friz laufen sie zu großer, weil kongenialer Form auf. Wobei die heimlichen Stars des Programms die Textdichter sind: „Ach, all die von den Nazis Weggehetzten, von denen das Literasturlexikon nur noch die Namen kennt. Selma Merbaum-Eisinger etwa, Theodor Kramer oder der Ghettodichter Schmerke Kazerginsky: Thomas Friz leiht diesen und anderen Verlorengeglaubten seine unverwechselbare Gesangsstimme. Mit echtem Gefühl und ohne falsches Pathos bietet er verschollene Texte dar, exzellent begleitet von der Gruppe Pankraz, die die Gedichte zusammen mit Friz vertont und arrangiert hat. Sinnlicher lässt sich Lyrik, wie etwa im kleinen Liebeslied von Mascha Kaléko, kaum vermitteln. Das geht unter die Haut!“ (Rheinischer Merkur)

 

Thomas Friz – Gesang, Gitarre

Thomas Fimpel – Gitarre, Gesang

Henrike Jähme – Akkordeon, Gesang

Ekkehard Floß – Geige

Jörg Isermeyer – Kontrabass