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Transvocale 2009

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Siiri Sisask & Jälg (Estland)

Im Estnischen bedeutet „Jälg“ Spur. Und in der Tat ist ein Konzert mit der Sängerin Siiri Sisask und ihrem Ensemble eine Spurensuche nach einer außergewöhnlichen Stimme und eine Reise in eine faszinierende Klanglandschaft. Siiri Sisask poemartige Lieder haben Jazz-Feeling, pendeln zwischen Pop und Folksong, sind trancehaft, emotionell, nebulös und spiegeln die ganze Lebenserfahrung dieser Künstlerin wider.

Siiri Sisask singt von ihrem Land, von ihren Erfahrungen als Filmschauspielerin, als Sängerin auf Fährschiffen und in Clubs und ihren Auftritten im Varieté. Die Texte kreisen dabei um existentielle Themen, um Einsamkeit und Stille, um Liebe, Abschied und Tod. „Die dynamische Skala der Musik ist außerordentlich weit, an den Knotenpunkten des Musikaufbaus polarisieren sich die schönen Gebilde der Stille und die stürmisch-dramatischen Strukturen. Das außergewöhnliche Klavierspiel von Kristjan Randalu und die teils weltentrückten Saxophon-Klarinettentöne von Carsten Netz sind wie unwiederholbare Farbtöne dieses Zuhauses, umrahmt vom zielgerichteten und meditativen Kontrabass Uwe Langes. Es ist der Weg einer Frau, die heiße Liebe und Enttäuschung erfahren hat, die durch die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zu einer inneren Klarheit, zur Einheit mit der Natur und zum Spüren der reinen Energie findet.“ (Anne Erm, Künstlerische Leiterin des Festivals Jazzkaar in Tallinn)

„Es gibt Momente, in denen die Vollkommenheit greifbar scheint. Perfektion des Erlebens. Sonntagabend in der Dreikönigskirche gab es einige solcher Momente: Siiri Sisask und Jälg waren zu Gast, und es stimmte einfach alles. Die Atmosphäre in dem sakralen Raum, die nicht einfache Kirchenakustik und diese Musik mit ihrer überirdischen Schönheit. Da wollte man sich kneifen und wusste: Die Schönheit würde bleiben; da überlegte man kurz, welche Drogen dieses Erlebnis noch steigern könnten und kam auf keine. Und genoss weiter. Wissend, dass man Vergleichbares so bald nicht wieder erleben wird... Siiri Sisask? Sie ist die Göttin. Die Göttin vor dem Altar. Im schwarzen Hosenanzug, mit schlicht zusammengebundenen dunklen Haaren steht sie da, ohne Show- und Tanzschritte, wenige Gesten – nur einzelne Hand- und Armbewegungen, natürlich ihr Lächeln. Siiri Sisask Stimme hat hypnotische Qualitäten. Sie ist unwahrscheinlich präsent, mal in einer verrückt machenden Tiefe, mal ergreifend hoch, immer unausweichlich. Auf der Haut spürbare Musik – so fühlt sich Vollkommenheit an. Das ist so nah am Glück, wie es nur geht.“ (Beate Baum, Dresdner Neueste Nachrichten)

 

Siiri Sisask – Gesang

Kristjan Randalu – Klavier

Carsten Netz – Saxofon

Oliver Potratz – Kontrabass

Paul Wiltgen – Schlagzeug