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Transvocale 2009

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Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung (Deutschland)

„Es gibt Länder, wo was los ist!
Es gibt Länder, wo richtig was los ist!
Und es gibt ... Brandenburg. Brandenburg!“

Ist doch klar, dass jemand, der damit Brandenburg auf die Lieder-Karte gehievt hat, ausgezeichnet werden muss. Auf dass er dann reimen kann:

„Im Adlon ist heut' Nacht Hillary Clinton,
in Frankfurt kann Grebe das Kleist Forum nicht finden.
Brandenburg!“

Rainald Grebe wurde am 14. April 1971 in Köln geboren, lebt aber heute in Berlin. Seit 2000 arbeitete der studierte Puppenspieler als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Theaterhaus in Jena. Daneben reüssierte er als originärer Liedersänger und Kabarettist.

Seine erste CD war ein Doppelalbum unter dem Titel Das Abschiedskonzert. Tituliert als Urenkel des Dadaismus und gelobt für die subversive Kraft seines Humors, gilt er nicht unbedingt als mainstreamkompatibel: „Niemand singt so bitter­böse und komische Lieder über Guido Knopp, Brandenburg und Magersucht wie Rainald Grebe“, lobte Der Stern und fuhr fort mit der knappen Bilanz: „Rainald Grebe ist anders. Klavierpathos trifft auf anarchischen Humor, doch auch damit würde man dem 37-jährigen Berliner wohl Unrecht tun. Grebe hat sich sein eigenes Genre erfunden. Wenn man ihm zuhört, wie er an einem schwarzen Konzertflügel sitzt und schwitzt, mit den Augen sein Publikum immer im Blick, dann wird man hin- und hergeworfen zwischen Tragik und Komik, Nonsens und Satire. Grebe singt über Magersucht (‚Pia, Pia, du bist dünn wie ein Abfahrtsski’) ebenso wie über Brandenburg (‚Ich fühl’ mich heut' so leer, ich fühl’ mich brandenburg’). Er macht sich über sendungsbewusste Links-Studentinnen lustig (‚Dörte hat jetzt zugegeben, sie onaniert auf Andreas Baader/Das ist der Rubbelmann für das Mit­tel­maß­ge­schwa­der’) oder über den ZDF-Historiker Guido Knopp (‚Er wohnt im deutschen Fernsehen, er wurde dort geboren. In einer WG mit Adolf Hitler und anderen Senioren’). Grebe spannt einen weiten Bogen. Er füllt eine Lücke, von der man bisher gar nicht wusste, dass es sie gibt: ein singender Deutschland-Kolumnist, dessen Lieder an den Chanson-Großmeister Jacques Brel erinnern. Nur: Grebe ist komischer.“ Womit er übrigens 2006 den Deutschen Kleinkunstpreis gewann.

2005 gründete Rainald Grebe die Kapelle der Versöhnung, mit der er 2007 das Programm Volksmusik auf CD und im Konzert präsentierte. Ihm folgte ein Programm zu Robinson Crusoe und zuletzt 1968: „Wenn uns Rainald Grebe die Wahrheit über 1968 erklärt, ist das witziger, intelligenter und über­­ra­­schen­­der als alle Rückschau-TV-Filme zum Thema.“ (TIP) „1968 ist fabelhaft skurriles, anarchisches und dabei intelligentes Kabarett, das sich der pausenlosen Po­in­ten­pro­duk­tion verweigert.... Er ist ein Vertreter des neuen deutschen Liedguts, doch er spielt mit der Naivität, statt sie dummstolz zu feiern.“ (Süddeutsche Zeitung)

Rainald Grebe – Gesang, Klavier

Marcus Baumgart – Gitarre

Martin Brauer – Schlagzeug