Kann man dem Genre HipHop noch neue, gar originelle Ideen hinzufügen? Klar, man kann, und Poetic Pilgrimage tun dies ohne Zweifel.
Poetic Pilgrimage sind zwei Immigrantinnen aus England. Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor sind als Kinder jamaikanischer Eltern in Bristol aufgewachsen. Wer nun aber klassischen Reggae oder Dub erwartet, täuscht sich: Poetic Pilgrimage verschmelzen ihre afrokaribischen Wurzeln mit Jazz und Rhythmen vor allem aus den westafrikanischen Ländern Mali, Senegal und Marokko.
Textlich wandern die beiden jungen Frauen auf der Grenze zwischen HipHop und Spoken Poetry; sie sind auf Musikfestivals ebenso zu Hause wie bei Poetry Slams. Was sie noch heraushebt: Beide sind Muslima; islamische Traditionen in Wort und Musik spielen eine große Rolle in ihrer Kunst. Schon gleich zu Anfang ihrer Karriere - Muneera Rashida und Sukina Abdul Noor arbeiten seit etwa 2003 zusammen – begeisterten sie den Londoner Poetry-Zirkel und wurden als Vorreiterinnen eines weiblichen, islamischen HipHop gefeiert, denen es gelingen sollte, die Lücke zur eigentlichen HipHop-Szene zu schließen.
Selbstbewusst drücken sie ihre Wünsche und Vorstellungen in ihren Reimen aus, wobei sie persönliche Themen ebenso behandeln wie sozio-politische. Ihr Musik soll zum Nachdenken anregen und das Bewusstsein fördern, und ihre Wünsche haben sie so formuliert: Sie möchten einen progressiven HipHop machen, der ihre afro-karibischen Wurzeln und die musikalischen und spirituellen Traditionen ihres Glaubens mit ihren eigenen musikalischen Vorlieben für Weltmusik, Jazz, AfroBeat und Soul fusioniert und damit einen frischen Hintergrund liefert für ihre eigentlich einfach Botschaft von Frieden, Einigkeit und Freiheit.