Tango Negro entführt uns auf eine Zeitreise in die Geschichte des Tango, die diesem seine starken populären Wurzeln zurückgeben will. Am Ende dieser Reise finden wir die dem brasilianischen Marsch verwandte Karnevalsmusik Murga, die argentinische Milonga, den afrikanischen Candombe und die kubanische Habanera – die schwarze Seele des Tango, die in Argentinien gerne vergessen und verdrängt wird. Mit rauchig-lasziver Stimme erzählt Juan Carlos Cáceres vom Leben in Buenos Aires, von Heimweh, Exil und den Wunden der Zeit, webt ein schillerndes Geflecht aus musikalisch-historischen Querverweisen und sozialer und politischer Realität.
Juan Carlos Cáceres, der „Paolo Conte Südamerikas“ (wie dieser begann er erst mit über 50 zu singen), wurde 1936 in Buenos Aires geboren, wo er in den 60er Jahren eine der zentralen Figuren der Existentialistenszene war – Kunststudent bei Tag, Pianist und Posaunist bei Nacht, Aktivist und Agitator rund um die Uhr. Er wird zur „alma mater“, zur treibenden Kraft der Cueva de Pasarotus, Jazzclub und Epizentrum aller revolutionären Tendenzen der Hauptstadt. Dort mischten sich, oft in ein und derselben Person, Beatniks mit Oligarchensöhnchen und zukünftigen maoistischen Guerilleros. Cáceres, dieser Tsunami aus Magma und Champagner, gab den Ton an. Und dann, eines Tages, folgte er dem Ruf. In Paris begleitet er Marie Laforêt, gründet die Gruppen Malón und Gotan, malt, stellt aus und erforscht die Wurzeln der Musik des Rio de la Plata. Heute hält er Vorträge zu diesem Thema. Und vor allem komponiert und singt er, mit seiner Löwenstimme, die markantesten Lieder über das unaufhaltsame Wiederaufleben des Tango, des Candombe, der Murga und der Milonga. Cáceres ist der inspirierteste, ungestümste, leidenschaftlichste und feurigste unter allen Musikern und bis heute verpflichtende Referenz aller Schaffenden in Argentinien, Uruguay und darüber hinaus. Der Rio de la Plata, der breiteste Fluss der Erde, trennt diese beiden Länder, die einmal zusammengehörten. In einem Zug verschluckt Cáceres das Wasser des Deltas, und wir hören ein Brüllen: Die Qual der afrikanischer Rhythmen, die er der Vergangenheit entreißt, um die Gegenwart zu erschüttern und die Zukunft vorzubereiten. Die Moderne liegt in den Anfängen.
„Cáceres singt, spielt und malt die Wurzeln des Tango und gibt ihm seine wirkliche Farbe zurück: Schwarz.“ (La Gazzetta del Mezzogiorno)
Juan Carlos Cáceres – Gesang, Klavier
Davide Pecetto – Bandoneon
Carlos “el tero” Buschini – Bass
Marcello Russillo – Schlagzeug