
Das verwirrt die Kritiker: dass jemand mit Mitte 30 sein Debütalbum veröffentlicht. Das Alter tendiert zur Reife, „Debüt“ eher dagegen. Doch bei Milla Kay ist dies kein Widerspruch: Die Wahlhamburgerin und ihre vier Mitmusiker überzeugen mit der gleichermaßen beschwingten wie relaxten und immer stimmigen CD-Produktion Out Of Place. „Man wird diese samtene Frauenstimme, die Poesie der Texte und die angenehm vereinnahmten Stilelemente aus Jazz, Folk, Bossa Nova, Country, Blues und Soul lieben“, prophezeite die des Lokalpatriotismus unverdächtige Szene Köln, und Elle jubelte: „Seit Sade hat niemand so elegant Jazz, Latin und Soul zu supersinnlichem Sound verschmolzen.“
Aga Zaryan – Jazzsängerin, Autorin dreier Alben: „Picking Up The Pieces“, „My Lullaby“, „Umiera piękno“ (Die Schönheit stirbt). Mit großem Erfolg ist sie nicht nur auf polnischen Bühnen, sondern auch international zu erleben und erhält hervorragende Rezensionen nach jedem Konzert. Sie erhielt viele prestigevolle Preise, wie den „Fryderyk“ und den Musikpreis des Dritten Polnischen Rundfunks, den „Mateusz“. Ihren Erfolg verdankt sie dem ungewöhnlichen Klang ihrer Stimme, ihrem hervorragenden Können, ihrem Charisma auf der Bühne und ihrer Gabe, mit den besten Jazzmusikern zusammenzuarbeiten. Sie wurde mit drei goldenen und zwei Platinplatten ausgezeichnet.
Dorota Ślęzak aus Krakau, das zarte Mädchen mit der Geige und den eigenwilligen Liedern, ist seit Jahren ein Publikumsmagnet. In der Tradition des bekanntesten polnischen Kabaretts „Piwnica pod baranami“ textet und komponiert Dorota Ślęzak ihre Stücke. Sie zieht die Zuhörer in ihren Bann, wenn sie ihre musikalischen Geschichten erzählt, schafft Welten voller Magie – Zeit und Raum entlehnt. Den trans-VOCALE-Preis 2008 bekommt sie für ihre Komposition über Liebe und Engel „Przyszłam po kolor dla mojego anioła“.
Der erste transVOCALE-Preis geht auf deutscher Seite an das Duo Sebastian Krämer und Marco Tschirpke für ihr gemeinsames Programm „Ich’n Lied – du’n Lied“. Sebastian Krämer, Ostwestfale im Berliner Exil, ist Dichter und Sänger, schreibt Bühnenmusiken und führt Regie. 2001 und 2003 gewann er jeweils den German International Poetry Slam. Seit 2002 moderiert er allmonatlich gemeinsam mit Marco Tschirpke einen eigenen Poetry Slam in der Berliner Scheinbar. Marco Tschirpkes Spezialität sind seine „Lapsuslieder“, Miniaturen zwischen 60 und 90 Sekunden, die von Andeutungen und Unvollständigem leben und dennoch alles sagen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Nichtvertonung der Gedichte von Günter Grass. Dafür erhielt er 2004 den Bielefelder Kabarettpreis sowie 2007 den Sonderpreis zum Deutschen Kabarettpreis.
Als „ersten deutschen Superstar“ bezeichnete ihn einst die FAZ: Achim Reichel, das Hamburger Urgestein der deutschen Rockmusikszene. 1944 geboren, gründete er mit 17 die Rattles, stand mit den Beatles auf der Starclub-Bühne und hatte 1968 einen Hit (Moscow) mit seiner Band Wonderland. Seit 1970 ist Achim Reichel als Solist unterwegs. Es entstanden Alben mit psychedelischen Improvisationen, mit traditionellem deutschen Material, mit eigenen Texten. Die Vertonung von Jörg Fausers Gedicht Der Spieler avancierte erneut zu einem veritablen Single-Hit. 2007 erhielt Achim Reichel für seine CD Volxmusik den Weltmusikpreis RUTH: „Nach mehr als 40 Bühnenjahren, in denen er als Musiker in immer wieder neuen, überraschenden Kapiteln deutsche Rockgeschichte geschrieben hat, legt Achim Reichel eine frappierend geradlinige CD mit deutschen Volksliedern vor. Und im schnörkellosen Idiom des Rockers entfalten die alten Lieder, umstandslos ernst genommen, eine Kraft, die sich unmittelbar überträgt.“
Die Naturgewalten Portugals – Die Musik der vierköpfi gen Band aus Lissabon geht weit über den Begriff „world music“ hinaus. Ihre Stücke sind eine explosive Mischung aus portugiesischen Volksmelodien, amerikanischem Rock, sowie schwedischen, irländischen und arabischen Klangmotiven. Das reiche Musikinstrumentarium, die Ursprünglichkeit und eine Ladung feuriger Expression sorgen dafür, dass die Beine von alleine zu tanzen beginnen. Auf dem Festival präsentieren sie Stücke ihres neuesten Albums „Incógnita Alquimia“, mit dem sie mit großem Erfolg in ganz Europa auf Tournee sind.
Czesław Śpiewa (Czesław singt) ist ein Projekt von Czesław Mozila, der seit seinem fünften Lebensjahr in Dänemark lebt. Er ist Sänger, Komponist und Absolvent der Royal Danish Music Academy. Das Album „Debiut“ enthält 10 Kompositionen auf der Grundlage von Gedichten, die Michał Zabłocki im Rahmen des Chat „Multipoezja“ zusammen mit Internauten geschrieben hat. Wer die Musik von Czesław beschreiben will, dem fällt es sicher leichter aufzuzählen, was sie bestimmt nicht ausmacht. Ein musikalisches Kabarett, Punk, alternative Musik, Folk, Tango – das sind die einzigen Wegweiser im Schaffen von Czesław, denen man folgen kann, wenn man nicht völlig anders ansetzen möchte.
Wer sich in der DDR-Folkgeschichte auskennt, insbesondere in jener der Leipziger Band Folkländer, der kennt auch den Frontmann Manfred Wagenbreth. Er übersetzt immer wieder Pop-Klassiker ins Deutsche: von den Kings, von Leonard Cohen, den Beatles, den Stones, und noch mal Cohen. Die transVOCALE hat nun Manne Wagenbreth gefragt, ob er aus all den Cohens nicht ein komplettes Programm gestalten könne. Gefragt, getan – Mitmusiker waren schnell gefunden, und so präsentiert das Festival eine Weltpremiere: das erste Programm mit Texten des kanadischen Romanciers Leonard Cohen in deutscher Sprache!
Ausgezeichnet mit dem polnischen Fryderyk-Award und dem Weltmusikpreis der britischen BBC, gehört die Warsaw Village Band zu den international renommiertesten Folkbands Polens. 1997 mit dem Ziel gegründet, die traditionelle polnische Musik „aus dem Dorf Warschau“ für ein junges und urbanes Publikum aufzubereiten. „Die Warsaw Village Band würzt Folklore mit mittelalterlichen Klängen und einer Prise Apocalyptica! Geigen fi edeln, ein Cello sägt brachial, Trommeln hallen über den Platz.“ Nordwestzeitung Oldenburg
Seit 1986 lebt die Sängerin Maryam Akhondy in Köln und gründete den Frauenchor Banu. Während iranische Sängerinnen auch international mit dem klassischen Repertoire Erfolge feiern, sind die Volkslieder der persischen Frauen, die sie am Kindbett und bei der Hausarbeit, am Teppichrahmen oder bei Frauenfesten anstimmen, ein streng gehütetes Geheimnis. Dieses zu lüften, hat sich der aus zwischen fünf und zwölf Exil-Iranerinnen bestehende Chor Banu zur Aufgabe gemacht und zeichnet ein ungewohntes Bild der modernen iranischen Frau.
Zeitgenössische Wikinger – das Quartett spielt zeitgenössische Volksmusik, die ihre musikalischen Wurzeln in der Telemark in Südnorwegen hat. Viele der Stücke haben die Musiker direkt von der alten Bevölkerung vermittelt bekommen, die oft die einzige Quelle
der teilweise seit dem Mittelalter nur mündlich übertragenen Volkslieder sind. Das besonders raue Klima Norwegens und der Klang akustischer Instrumente mischen sich mit dem modernen Arrangement der Stücke und erzeugen zusammen ein außergewöhnliches Musik-Klima.
Das MoZuluArt-Projekt entstand im Mozart-Jahr 2006 in Wien: Dort traf der Pianist Roland Guggenbichler auf die Sänger von Insingizi, einer A-cappella-Gruppe aus Bulawayo in Zimbabwe; die Musiker gehören zu den Ndebele, verwandt mit den südafrikanischen Zulu – was sich in ihrer Begeisterung für Chormusik ausdrückt. Sie begannen gemeinsam mit Guggenbichler, die Zulu-Gesänge mit europäischer Klassik, insbesondere Musik von Wolfgang Amadeus zu verbinden: Und Mozart ward in das südliche Afrika entführt!
Die österreichische Sängerin mit dem Hang zur Bösartigkeit mischt mit unschuldig-fi esen Bemerkungen in ihren Texten die Indieund Technopopszene auf. Die Zeit war jedenfalls begeistert: „Das Ergebnis ist ein, mal süßer, mal giftiger Gedankenfl uss, der wenig aktuelle Vorbilder kennt und dessen Eigenrhythmik die alte Tante Subversion wieder ins Spiel bringt… Die Rettung des kritischen Indie-Pop kommt aus Wien und hört auf den Namen Gustav“!
Das musikalische Schaffen von Renata Przemyk zuzuordnen, fällt schwer: Weder Rock, noch das poetische Lied, noch die alternative Musik mit postpunkigen Klängen treffen das Wesen ihrer Musik. Die Musikerin ist auf der ewigen Suche nach Klängen und Stimmungen, die in nichts an bereits Vergangenes erinnern. Daher unterscheidet sich jede neue CD diametral vonder vorangegangenen, obwohl sie unverändert immer das Akkordeon einsetzt, für das sie eine besondere Schwäche hat. Alle ihre Platten erhalten
sowohl vom Publikum als von der Musikkritik nur positive Urteile.
Und der Kampf geht weiter! Die Modena City Ramblers halten die Fahne der Utopie hoch, einer freiheitlichen, gerechten Welt, eines Emilio Zapata aus Mexiko, eines Woody Guthrie aus den USA, der rebellischen Volkslieder der Iren und der Franco-Gegner im spanischen Bürgerkrieg. Auch die neue lateinamerikanische Literatur ist hörbar, das italienische Akkordeon und die lateinamerikanische Perkussion, der keltische Dudelsack sowie das rockige Schlagzeug – ein bunter und lebensfreudiger Sound zur Reise nach Utopia. Man höre, tanze und schwelge.
Suí Vesans Kunst steht im Zeichen der Naturmystik. Die slowakische Sängerin wurde „initiiert“ durch eine Reise nach Syrien und indische Literatur. Begleitet von ihrem Mann Rado an der Gitarre und Perkussion, spielt sie nicht nur die Mandoline oder Geige, sondern auch eine afrikanische Kalimba, die Schäferfl öte sowie Gräser und Halme aus der Natur. Ihrer Kunst wohnt eine tiefe Spiritualität inne, von orientalischer Mystik und schamanistischem Naturdenken geprägt.
Reggae aus Berlin ist anders als der aus Jamaika. Das haben Seeed gezeigt, Culcha Candela, und nun auch Daveman. In Berlin geboren, zog der Sänger als Kind zu seinem Vater in die nigerianische Hauptstadt, wo er neben Saxophon, Gitarre und Schlagzeug auch eine Reihe afrikanischer Musikstile lernte. In Nigeria erschien seine erste Platte. Heute, wieder Berliner, ist er als Frontmann eines eigenen Sextetts unterwegs. HipHop, Reggae und Ragga, Gospel, Funk und afrikanische Musik, verbunden mit persönlichen und politischen Texten ist Davemans Vision eines modernen Reggae: „Do as you feel – MaximumStyle!“